
Dolce vita für zwei Tage: Zum Dinner ans Pantheon, zum Frühstück nach Pisa und zur Bouillabaisse nach Marseille. Seit es für 20 Euro mit dem Flieger durch Europa geht, müssen Genießer nicht mehr zum Geldadel gehören. Drei Tipps für attraktive Zwei-Tages-Spar-Trips in Richtung Süden zum Schauen, Shoppen und Schlemmen.
Tipp 1: Rom
Piazza, Papst und Pizza: Die Römer sind stolz auf ihre Stadt. Schließlich regierte Rom einmal die Welt. Heute gehört für Gläubige die wöchentliche Papst-Audienz zu den Höhepunkten jeder Rom-Reise. Wer mittwochs einfliegt, sollte sich frühzeitig seine Eintrittskarte besorgen. Tipp für Last-minute-Pilger: Meist gibt es noch Karten bei der Schweizer Garde am rechten Eingang zum Petersplatz. Der Petersdom gehört zu den Muss-Zielen am Tiber – und ist idealer Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung per pedes. Top-Tipp: das Erklimmen der Kuppel. Mit dem Aufzug geht es über die erste Etappe, dann heißt es: aufsteigen. Teils enge Stiegen führen himmelwärts. Doch die Mühe lohnt. Vom kunstvollen Bau Michelangelos gibt es den besten Blick über die Stadt.
Zehn Fußminuten entfernt liegen mit der Engelsburg und der Engelsbrücke zwei weitere Meilensteine der 2500-jährigen Stadtgeschichte. Roms Antiquitätenmeile Via die Coronari reicht bis zur Piazza Navona, dem römischsten aller pulsierenden Plätze. Zwischen plätschernden Brunnen, Pantomimen und Porträtmalern ist der Capuccino nicht billig, aber etwas Besonderes. Auf dem Weg zum Treffpunkt der Verliebten am Trevi-Brunnen liegt das Pantheon an der Piazza Rotanda. Fast um die Ecke – in der Via Uffizi del Vicario und in unmittelbarer Nähe von Italiens Abgeordnetenhaus – lockt Roms berühmteste Eisdiele: Bei Giolitti, wo seit 100 Jahren der Schmelz ins Hörnchen kommt, wurden selbst Sharon Stone und John Travolta schwach!
Ein paar Hundert Meter entfernt beginnt Roms Shoppingmeile – die Via del Corso. Wer es edler mag, schlendert vorbei an der Fontana di Trevi zur Spanischen Treppe, wo sich Europas Edeldesigner nobel eingerichtet haben. Der Abend gehört den Genießern: In mehr als 3000 Restaurants, Trattorias und Osterias isst der Römer. Am liebsten „All aria perta“ – also im Freien. Ein Hochgenuss besonders dann, wenn es dazu einen grandiosen Panoramablick auf die Stadt am Tiber gibt. „Der Weg zu den schönsten Dachterrassen führt durch edle Hotelfoyers“, verrät Roland Keppler, Geschäftsführer von Hapag-Lloyd Express. Mit der Airline geht es für 20, 30 oder 40 Euro in die Ewige Stadt. Wer am Flugticket spart, kann locker in drei Gänge investieren – beispielsweise im neuen Feinschmecker-Treffpunkt „Hostaria dell`Orso“ unterhalb der Engelsbrücke.
Tag zwei in Rom gehört den alten Römern: Stumme Zeugen gibt es noch immer reichlich zwischen der Via Appia Antica und dem Vatikan. Das Forum Romanum zum Beispiel oder das Kolosseum lohnen auch einen Zweit- und Dirttbesuch.
Tipp 2: Pisa
Für die Pasta lohnt sich auch ein Flug nach Pisa – zumal der günstig ist wie nie zuvor. Den Blick auf den Schiefen Turm gibt es dabei gratis. Und der lohnt sich allemal – ob der Turm nun in weiser Voraussicht auf eine Karriere als Touristenattraktion mit Absicht so angelegt wurde oder seine Schräglage der Bodensenkung zu verdanken hat. Pisa kann sogar einen Platz der Wunder vorweisen: Zusammen mit Dom, Baptisterium und Camposanto gehört der Campo dei Miracoli zu den schönsten Kompositionen romanischer Baukunst in Italien. Überhaupt begeistert Pisa mit reich verzierten Kirchen, malerischen Plätzen und natürlich mit Museen. Schließlich ist Galileo Galilei ein berühmter Sohn der Stadt, und sein Museum ist randvoll mit Erinnerungsstücken. Der Mann hat immerhin was bewegt: Galilei erfand ein Fernrohr, verfeinerte Kopernikus Weltbild und erforschte mit Hilfe des Schiefen Turms den freien Fall.
So viel Wissenswertes macht Appetit, und den können Reisende in der angrenzenden Toskana wirklich gut gebrauchen. Zum weltberühmten Chianti gehört der Schafskäse dazu. Oder vielleicht doch lieber die winzigen, besonders delikaten Aale? Ein Paradies für Feinschmecker ist auch Florenz. Knapp eine Autostunde liegt die Stadt des Michelangelo von Pisa entfernt – aber nirgendwo sonst schmeckt das Landbrot so gut wie hier. Es wird mit Olivenöl beträufelt, mit Knoblauch eingerieben und dann auf dem Holzkohlengrill geröstet. Genuss allein wäre hier trotzdem die pure Verschwendung. Denn Florenz gehört nicht nur den Lebenskünstlern, sondern vor allem der Kunst. Nach Schätzungen der Unesco ist jeder zehnte besonders erhaltenswerte Kunstschatz in der Regionshauptstadt zu sehen. Selbst Abfall wird in Florenz zur Hymne an die Schönheit: So entstand der berühmte David unter den Händen Michelangelos aus den Resten der Dombaustätte.
Tipp 3: Marseille
Erst auf den zweiten Blick erschließt sich die Schönheit Marseilles. Zwar ist sie die älteste Stadt auf französischem Boden, aber davon ist heute nicht mehr viel zu sehen. Marseille gibt sich multikulturell, munter und zuweil verwegen. Eintauchen und sich treiben lassen: Das ist hier gefragt!
Einen wunderschönen Blick in die Vergangenheit gewährt Marseille allzu gerne: den vom Vieux Port auf die Basilika Notre-Dame-de-la-Garde. Sie thront als unverwechselbares Wahrzeichen der Stadt auf einem 160 Meter hohen Kalkfelsen. Von 7 bis 21 Uhr öffnet der Riesenbau samt Krypta und Glockenturm sein Tore für alle, die sich vom Panoramablick auf Häusermeer, Küste und Bergketten losreißen können.
Doch auch wer sich auf den Charme der Gegenwart einlässt, wird in Marseille belohnt. Beim Bummel über den Fischmarkt am frühen Morgen oder später über die Prachtmeile Canebière. Bei einem Gläschen Pastis in einem Straßencafé an der Quai de Rive Neuve. Und natürlich bei der legendären Bouillabaisse. Sie schmeckt noch immer direkt am Hafen am besten. Von hier aus starten übrigens auch Ausflugsschiffe auf die Inselfestung Château d’If – Schauplatz von Dumas „Der Graf von Monte Christo“. Nach Literatur und Lebensfreude geht es mit dem Leihwagen direkt dem Licht entgegen – ins Herz der Provence. Gauguin, Cézanne und Van Gogh ließen sich von dieser seltenen Symphonie aus Licht und Farbe den Kopf verdrehen. Und dieser Zauber hält noch immer an: Der Duft von Lavendel, Thymian, Rosmarin und wildem Knoblauch dringt durchs offene Autofenster, Olivenhaine und Obstgärten ziehen vorbei. Die Maler hielten Licht und Farbe fest, die Magie gibt es in natura. Wen in der Provence nicht die Muse packt, ist selbst Schuld.
Infos: Hapag-Lloyd Express, Telefon: 0180/509 3 509, Internet: www.hlx.com. Flüge nach Rom, Pisa und Marseille ab 19,99 Euro